Jahreshauptversammlung 2004
Braunfelser Einsatzkräfte retteten sechs Menschen - Manfred Glaßner für 40 Jahre aktiven Dienst ausgezeichnet
Mit den Jahresberichten begann die Versammlung, zu der unter anderem auch Vertreter der städtischen Gremien gekommen waren.
In seinem Jahresrückblick bedauerte Vereinsvorsitzender, Michael Rack, gleich zu Beginn seiner Ausführungen den weiter anhaltenden Rückwärtstrend bei den Mitgliederzahlen, die er mit 785 bezifferte. Dies seien, so Rack, 30 Mitglieder weniger als im Vorjahr und im Jahr des 125-jährigen Bestehens muß unbedingt versucht werden mehr Bürger für die Förderung des Brandschutzes zu gewinnen.
Anschließend lies er die geselligen Höhepunkte des regen Vereinsjahres noch einmal Revue passieren. Er erinnerte an die sonnigen Tage in der Türkei und mahnte auf eine regere Beteiligung beim diesjährigen Ausflug. Sollte auch in Zukunft nicht mehr Interesse an Ausflügen gezeigt werden, müssen wir überlegen ob ein jährliches Ausflug noch sinnvoll ist, gibt er zu überlegen.
Ferner fanden auch wieder eine Winterwanderung und das traditionelle Bäuchlingsessen, ein mit 1000 Besuchern besuchter "Tag der offenen Tür" sowie eine Weihnachtsfeier als gelungener Jahresabschluß statt. In diesem Zusammenhang galt sein besonderer Dank allen Helfern, die mit ihrer tatkräftigen Unterstützung das Stattfinden dieser Veranstaltungen ermöglicht haben.
In seinen Worten verwies Herr Rack auch auf die guten Freundschaften mit den Partnerfeuerwehren aus Eeklo (Belgien) und Kiskunfelegyhaza
(Ungarn). Besuchte im letzten Jahr eine 45köpfige Delegation aus Eeklo den Braunfelser "Tag der offenen Tür", so machten sich fünf Braunfelser auf den Weg zu den Feierlichkeiten des 110-jährigen Bestehens der Feuerwehr in Kiskunfelegyhaza.
Im Laufe seiner Ausführungen gab er stolz die Summe von 2500 Euro bekannt, die der Verein aus eigenen Mitteln der Einsatzabteilung zur Verfügung stellen konnte. Der größte Teil des Geldes wurde zur Anschaffung Funkmeldesystemtauglischen Handapparaten eingesetzt, die den Funkverkehr auf ein Minimum beschränken hierbei werden lediglich Zahlencodes für die wichtigsten Anliegen der Einsatzkräfte an die zentrale Leitstelle des Lahn-Dill-Kreises in Wetzlar gesandt, somit lassen sich eine große Anzahl an Funksprüchen vermeiden.
Auch den Jahresbericht der Einsatzabteilung hielt Michael Rack in seiner Funktion des Wehrführers. Ihm nach mußten die 34 Braunfelser Einsatzkräfte, drei mehr wie im Jahr zuvor, zu 97 Einsätzen ausrücken. Im einzelnen galt es 18 Brandeinsätze, 56 technische Hilfeleistungseinsätze zu bewältigen und zu 23 Fehleinsätzen auszurücken. Die Zahl der Fehlalarme ist zwar sehr hoch, doch im Vergleich zu den Vorjahren, 2001 waren es 39 Fehlalarme und letztes Jahr nur noch 31, ist sie stets rückläufig.
Unter dem Strich leisteten die drei Frauen und 31 Männer der Einsatzabteilung 1194 Einsatzstunden und konnten dabei sechs Personen aus Zwangslagen befreien.
Erstmals fand nach einem Verkehrsunfall eine Einsatznachbesprechung mit dem Unfallopfer und deren Angehörigen statt. Gemeinsam konnten Ängste bei den Betroffenen abgebaut werden, unterstrich der Wehrführer.
Des Weiteren wurden von den Brandschützern drei Brandschutzerziehungsunterrichte an Kindergärten durchgeführt und die Zentrale des ärztlichen Notdienstes besetzt und deren Einsätze koordiniert. Allein auf diesem Sektor, welchen andere Kommunen durch bezahlte Kräfte abdecken, wurden in 3000 ehrenamtlich aufgebrachten Stunden 5518 Anrufe abgewickelt und 45000 Menschen auf einer 188,87 qkm großen Fläche geholfen.
In Sachen Ausbildung zeigte sich Herr Rack zufrieden. In den 35 Ausbildungseinheiten wurden die Aktiven der Einsatzabteilung in 1042 Stunden auf den Ernstfall vorbereitet. Darüber hinaus nahmen neben der Standortausbildung 20 Einsatzkräfte an Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene an der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel teil.
Auch auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit gab es positives zu berichten. Neben der Teilnahme an der landesweiten Imagekampagne sind die Braunfelser Brandschützer seit Anfang Februar letzten Jahres auch im Internet vertreten. Über 16000 Zugriffe in nur elf Monaten sprechen für sich, so Michael Rack stolz.
Seinen Worten schloß sich Jugendfeuerwehrwart Markus Adolph mit seinem Rechenschaftsbericht an. Unter seiner Leitung erhielten die 16 Mädchen und Jungen der Jugendabteilung an 37 Übungseinheiten 62 Stunden feuerwehrtechnischen Unterricht und weitere 35 Stunden entfielen auf die allgemeine Jugendarbeit. Die Teilnahme am Stadtpokal der Jugendfeuerwehren der Stadt Braunfels während des Zeltlagers in Bonbaden und der Tagesausflug ins Phantasialand nach Brühl waren die Höhepunkte des vergangenen Jahres. Aber auch beim "Tag der offenen Tür" waren die Nachwuchsbrandschützer mit von der Partie. Sie ließen unter anderem mit verschiedenen Spielen rund um die Feuerwehr keine Langeweile unter der kleinen Besuchern aufkommen. Ein Erfolg der Mühen bei der Veranstaltung war der Eintritt von zwei Jugendlichen in die Jugendabteilung, die nun das Team der Nachwuchsbrandschützer stärken.
Im Laufe der Versammlung standen auch Ehrungen und Beförderungen auf dem Programm. Für 40 Jahre aktiven Dienst, davon allein über 20 Jahre als Stadtbrandinspektor tätig, wurde Manfred Glaßner mit der goldenen Vereinsnadel ausgezeichnet. Selbe Auszeichnung in Silber, für 25 Jahre aktiven Dienst, erhielten Claus Schnurrer und Markus Adam-Faupel aus den Händen des Vereinsvorsitzenden Michael Rack.
Manfred Glaßner beförderte in seiner Funktion des Stadtbrandinspektores aufgrund ihrer Dienstzeit und
Ausbildungsstandes Renè Hundert zum Löschmeister sowie Nadja Zirkel zur Oberfeuerwehrfrau und Anette Lindenberg zur Feuerwehrfrau.
Zu den zahlreichen Gratulanten zählten neben dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Martin Joneck und der stellvertretende Wehrführer Michael Goßmann auch Braunfels Bürgermeister Dieter Schmidt.
Bei den Wahlen bestätigte die Versammlung die zum Feuerwehrausschuss gehörenden Posten von Stefan Rack, der bereits seit 15 Jahren den Funktion des Gerätewartes inne hat, wählten René Hundert zum stellvertretenden Jugendwart und Claus Schnurrer zum Beisitzer.
Zum Gesamtvorstand gehört nun Reiner Glaßner als Vorsitzender des Ausschusses für Sonstiges und Hermann Strack als Vertreter des Blasorchesters.


